Folge 04.09.2026 – Autonome Shuttles, Lade-Bordsteine, Cupcake-Floristin, Telefon-Begleiterin, Bundesliga-Schiri

Shownotes

Die Leipziger Verkehrsbetriebe bereiten den Einsatz autonomer Rufbusse vor. Die Testphase ist bereits erfolgreich abgeschlossen. Süße Versuchung: Cupcake-Floristin aus Pirna verschickt essbare Blumensträuße. Aufstieg in die Bundesliga: Schiedsrichter aus Sachsen pfeift in höchster deutscher Fußball-Liga.

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00:00:01: Hallo und willkommen zu einer neuen Folge.

00:00:11: Und da setzen wir uns erst einmal in den Bus.

00:00:13: Sachsen setzt im ÖPNV künftig nämlich verstärkt auf autonome Shuttle-Busse.

00:00:19: Seit einigen Jahren schon gibt es Pilotprojekte in diesem Bereich Im Landkreis Nordsachsen zum Beispiel, da pendelt im Sommer der Kleinbus Flash zwischen dem S-Bahnhof Rackwitz und dem Biedermeier Strand an der Schlade zerbucht.

00:00:32: Und Leipzig will mit solchen Busen bis zu den Städtischen Randgebieten an die regulären Bus- und Straßenbahnlinien anbinden!

00:00:41: Mario Nowak von den LVB.

00:00:43: Wir sehen dort für uns, den größten Hebel neue Kundschaft für den ÖPNV zu gewinnen weil wir dort jetzt Angebote starten können die komfortabel flexibel und trotzdem preisgünstig sind.

00:00:54: und das erzeugt wirklich eine Akzeptanz und schafft damit auch mehr Kundschaft an die Straßenbahnen- und Buslinien was dann zu einer besseren Auslastung unserer städtischen Systeme führt.

00:01:04: Die Leipziger Verkehrsbetriebe haben zusammen mit Partnern in den letzten drei Jahren sehr viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit geleistet.

00:01:12: In einem Projekt mit dem Titel Absolut ging es zunächst darum, einen Grundbaukasten zu entwickeln für Busse die autonom fahren können und nach Bedarf angefordert werden können

00:01:22: Also vom Fahrzeug über die Buchungshandy-App bis zu einer Leitstelle, die das Ganze dann auf die Straße gebracht hat.

00:01:29: Mit einem Erprobungsfahrzeug zwar noch mit Sicherheitsfahrer aber fünftig kmh im öffentlichen Straßenbereich zugelassen haben wir dort gezeigt es ist möglich so ein Dienst auf die Strasse zu bringen und auch in das Gesamtsystem ÖPNV einzubetten.

00:01:44: Inzwischen ist auch absolut zwei abgeschlossen.

00:01:47: Da ging es um den technischen Feinschliff, darum das Buchungssystem voranzubringen und die technische Aufsicht damit künftig mehrere Fahrzeuge zentral von einer Leitstelle aus betreut werden können.

00:01:59: Das heißt, wir haben uns diese Bestandteile angeschaut und dort vorangetrieben, wo es noch in Richtung Regelbetrieb Baustellen gab.

00:02:06: Und haben jetzt diesen Übergang auch in eine industrielle kommerzielle Phase dann eingeleitet, wo wir mit einem Industriefahrzeugbauer aus Sachsen die Tauglichkeit für eine Ausrundung später auch ohne Sicherheitsfahrer vorbereiten.

00:02:20: Was jetzt noch fehlt, sind also die Fahrzeuge für den Betrieb ohne Sicherheitsfahrer.

00:02:25: Die von der Industrie in großer Stückzahl gebaut werden und die vom Kraftfahrtbundesamt zugelassen werden.

00:02:31: Das ist allerdings noch einmal ein ziemlich großer Schritt.

00:02:34: Bei

00:02:34: diesem Fahrzeug ist es eben nicht wie bei einem klassischen Auto, dass es nur das Basisfahrzeug was Lenkenbremsen fahren kann.

00:02:41: Sondern damit das Fahrzeug dann ohne Fahrer sich bewegen kann gibt's einen sogenannten virtuellen Fahrer.

00:02:46: Das ist vorwiegend Software und die kommt im Moment von ausländischem Unternehmen.

00:02:51: da sind wir in Deutschland und Europa nicht so gut aufgestellt, dass wir da aus eigenen Ressourcen schöpfen können und diesen virtuellen Fahrer auf dieses Fahrzeug zu integrieren.

00:03:00: Und alle Sicherheitsanforderungen so abzuprüfen und zu realisieren, dass das Ganze dann auch zulassungsfähig ist.

00:03:06: Das ist jetzt die Herausforderung für die nächsten Jahre.

00:03:09: Für uns auch nochmal eine Aufgabe diese Motivation bei der Industrie weiterzuentwickeln Die Anwendungsfälle und auch die Perspektiven aufzuzeigen Auch zu sagen Wir sehen dieses Potenzial in der Technologie Industrie spannend sein könnte, um dort das Ganze wieder voranzutreiben.

00:03:27: Denn natürlich sollen die autonomen Schattels künftig nicht nur im Raum Leipzig rollen sondern in ganz Deutschland oder auch in anderen Ländern Europas jeweils abgestimmt auf die jeweiligen Anforderungen vor Ort.

00:03:39: Die weitere Entwicklung dürfte damit auch für viele andere Industriepartner wirtschaftlich interessant sein.

00:03:45: Wir brauchen diese Kunden-App, wir brauchen Buchungssysteme wo mehrere Fahrgäste auch zusammengelegt werden wenn es die gleiche Strecke ist.

00:03:52: Auch die Kosten damit günstiger zu erhalten als bei einem reinen Taxibetrieb und dafür braucht das dann viele Systemkomponenten bis hin zu diesen Leitstellen, wo eine Verbindung zwischen Straßenbahnen und Schattels passiert.

00:04:05: Um zum Beispiel auch einen Anschluss des Schattel an einer Straßenbahn zu sichern, dass nicht die Straßenbahnkrant weggefahren ist wenn das Schattle ankommt.

00:04:13: Also es gibt sehr viele Perspektiven für einzelne Systemkombonenten lieferanten, die dann ein wertvoller Beitrag am Gesamtsystem liefern können.

00:04:23: Dort sehen wir also auch eine riesen Chance, eben auch den kleineren Industriebetrieben hier in Deutschland weiter den Zugang zu diesem großen Markt ermöglichen und das nicht einem All-in-one Lieferanten überlassen.

00:04:35: Derzeit sind wieder einmal die USA und China führend bei autonomen Fahrzeugen.

00:04:40: In den USA betreibt eine Google-Tochter, Robert hat Taxifloten.

00:04:43: in Großstädten wie San Francisco, Phoenix oder Los Angeles und auch in mehreren chinesischen Metropolen gehören die fahrerlosen Flotten bereits fest zum Stadtbild.

00:04:55: Wir bleiben beim Thema Mobilität, wechseln aber vom Bus zum E-Auto.

00:05:00: Ladesäulen muss man heute in der Regel ja nicht mehr lange suchen – das Netz wird seit Jahren ausgebaut, allerdings brauchen Ladeseulen Platz!

00:05:08: der ist gerade in den Innenstädten häufig knapp.

00:05:11: Die Leipziger Stadtwerke testen deshalb seit gut zwei Wochen eine neue Lademöglichkeit für E-Autos.

00:05:17: In der Nähe des City Rings haben sie die Ladestationen einfach in den Bordstein eingelassen, Autofahrer schließen ihr Kabel also direkt an der G-Wegkante an.

00:05:26: – Peter Coach von den Stadtwerken

00:05:29: Das wird angenommen, das wurde jetzt schon fleißig geladen.

00:05:31: Sie brauchen ein Ladekabel, das haben die meisten, da stecken sie dort rein und ansonsten ist der technische Vorgang selbst erklären wie bei einer

00:05:38: Ladeseule.".

00:05:39: Das Platzproblem hat sich damit erledigt denn einen Bordstein gibt es ja sowieso und der Rest der Technik verschwindet im Boden.

00:05:46: Das sieht man auch ganz schön in der Straße am alten Amtshof.

00:05:51: Das ist nämlich eine relativ kleine Straße, ein bisschen grün.

00:05:55: Da stehen noch Bäume.

00:05:56: dann gibt es noch eine Autospur.

00:05:58: Fahrradfahrer die dort langfahren Menschen mit Rollstuhl Die wollen auch über den G-Weg fahren.

00:06:05: Es könnte also dort manchmal eng werden und da ist in Lade Bordstein die Lösung.

00:06:11: Einen Lade-Botstein zu errichten und die Technik unter der Erde zu verfrachten ist teurer als eine Ladeseule aufzustellen.

00:06:18: Die so mehr Kosten haben die Stadtwerke aber später wieder raus, so Peter Kutsch.

00:06:22: Wenn man das Thema Vandalismus mit reinrechnet – und das haben wir bei den Ladeseulen leider immer wieder, da werden Kabel einfach abgeschnitten und mitgenommen – das kann natürlich dort nicht passieren!

00:06:33: Das heißt wenn man das thema Vandalismus gegenrechnet, ist man bei fast plus minus null mit dem normalen Ladestation.

00:06:39: In NRW sind Ladebordsteine schon erfolgreich getestet worden, etwa in Düsseldorf, Köln und Dortmund.

00:06:45: Auch Leipzig will jetzt zunächst Erfahrung mit dieser Technik sammeln.

00:07:09: Deshalb, weil es in anderen Städten ähnliche Prozessegrab mit dem Effekt, dass dann mehr Ladebordsteine installiert wurden.

00:07:17: Auch im Winter sollen die Bordsteinen übrigens gut nutzbar sein – denn eine Heizung verhindert das sie zufrieren.

00:07:23: Bei Regen kann das Wasser ablaufen und die Technik ist so robust, dass sogar Lastwagen über die Bordssteine fahren können!

00:07:31: Eine Geschäftsidee aus Sachsen geht gerade bundesweit durch die Decke.

00:07:35: Sophie Schwarzenberger aus Pürner backt essbare Blumenstreuse.

00:07:40: Die Dreiundzwanzigjährige verziert Cupcakes so kunstvoll mit Blüten, dass sie täuschend echt wie große Blumenschreuse aussehen.

00:07:47: Cupcake Flores Tree heißen ihr kleiner Laden in Pirna und der dazugehörige Onlineshop Und beide werden gerade überrannt.

00:07:55: Also

00:07:55: es ist echt Wahnsinn!

00:07:56: Ich habe zum Glück ein Tageslimit eingestellt.

00:07:58: Wir haben ja eine Wettzeit und da hab ich einen Tageslimit von zehn Blumenstreusenanztag eingestellt und wir sind jetzt den September schon komplett ausverkauft.

00:08:05: Es ist wahnsinn.

00:08:06: Die Blumenstreuse, ja jeder einzelne Cupcake soll ein kleines Erlebnis für alle Sinne sein.

00:08:11: Darin steckt viel Liebe zum Detail und viel Zeit!

00:08:14: Denn Sophie Schwarzenberger gestaltet ihre Cupcakes liebevoll in Handarbeit.

00:08:18: Man muss backen das dauert so eine halbe Stunde vielleicht?

00:08:21: Dann die Creme wird eine dreiviertel Stunde dann das Aufspritten der Blüte geht eigentlich mit am schnellsten.

00:08:26: Für eine Rose habe ich mal gemessen, sauche ich forty-fünf Sekunden Und ich beliefe auch Hochzeiten.

00:08:31: mit riesengroßen Blumen Streusen Der größte Strauß aus einen Sechzig Cupcakeblumen.

00:08:35: Fragt man Sophie Schwarzenberger nach ihrem Beruf, dann antwortet sie Cupcake-Fluristin.

00:08:41: Gelernt hat die Dreiundzwanzigjährige – die ursprünglich aus der Lausitz kommt – zunächst aber etwas anderes.

00:08:46: Ich bin eigentlich rechts und beizwachen bestellte.

00:08:48: Aus so einer stressigen Berufphase entstanden und dann einfach die Leidenschaft zum Beruf gemacht.

00:08:52: Und es ist natürlich ein Kreditereibetrieb!

00:08:54: Aber da zählig gehört auch ein gewisses Wissen über Fluristik dazu.

00:08:59: Seit diesem Monat verschickt Sophie Schwarcenberger ihre Blumenstreuse auch bundesweit Und wer jemals ein mehr oder weniger ramponiertes Päckchen von seinem Paketboten bekommen hat, der fragt sich natürlich schon wie soll das funktionieren.

00:09:12: Die Floristin mit dem süßen Daumen hat auch dafür eine Lösung gefunden.

00:09:17: Da haben wir ganz lange dran getestet.

00:09:19: Wir haben dann eine Verpackung gefunden mit der wird gekühlt unter sieben Grad über Nacht sicher versenden können, das war echt ein ganz langer Weg.

00:09:27: Wir haben es auch mit ganz vielen verschiedenen Dienstleistern getestet.

00:09:30: zum Schluss haben wir jetzt einen Versanddienstleister gefunden der aus sensibler Warn spezialisiert ist also die beliefern auch Krankenhäuser Tiere und Trinkstoff.

00:09:38: also wirklich vorsichtiger Transport ist da gefragt.

00:09:41: Und zusätzlich habe ich in meinem Karton eine Transport-Sicherung erschaffen, die den Blumenstroll an Ort und Stelle hält.

00:09:47: Wird das selbst wenn im halben Meter falsch ist, ist er trotzdem sicher im Karton gehalten?

00:09:51: Die jüngste Bug-Idee der Cupcake-Furistin ist eine Birnenblüte, die sie passend zum Birnenbaum im Stadtwaben von Pürna kreiert hat.

00:09:59: Ich wollte da statt ein bisschen was zurückgeben, die mich hier so herzlich empfangen hat.

00:10:03: Für ihre neue Kreation hat Sophie Schwarzenberger bereits seine Auszeichnung gehalten Denn sie wurde in dieser Woche als Pirna Unikat zertifiziert.

00:10:12: Diese Unikate sind besondere Waren- und Produktideen, die einen Bezug zur Stadt oder zur Region haben und die mit viel Handarbeit gefertigt werden.

00:10:23: Auch wenn die meisten von uns echte Handarbeit sicher sehr zu schätzen wissen so führt auch an künstlicher Intelligenz kaum noch ein Weg vorbei!

00:10:31: Sie begegnet uns jeden Tag mehr und mehr.

00:10:33: Die KI verändert unseren Alltag, die Berufswelt, die Schule und auch unser soziales Miteinander.

00:10:40: So gibt es in Sachsen zum Beispiel immer mehr KI-Anwendungen, die gegen Einsamkeit im Alter helfen sollen – die Holzpuppe Kiko aus Zwickau z.B Sie erinnert ihre Besitzer an Arztbesuche, Geburtstage und andere Termine, gibt Alltagstipps, regt zu kleinen Übungen und spielen an und plaudert mit einem über Themen, die man ganz interessant findet!

00:11:02: Ähnlich funktioniert ein digitaler Service, den einen Leipziger-Startup nun entwickelt hat.

00:11:07: Unter dem Namen Hallo Helga ruft eine künstliche Intelligenz ältere Menschen regelmäßig an.

00:11:13: Colin Graham hat die digitale Telefonbegleiterin erdacht.

00:11:17: Ich komme ursprünglich aus der Pflege und das Pflegepersonal läuft natürlich am Limit.

00:11:21: Die haben keine Zeit, um wirklich ein bedeutungsvolles Gespräch zu führen oder halt auch einfach mal zuzuhören sich mit hinzusetzen.

00:11:27: Dann sind wir aufs Thema gekommen und dachten uns die Jugend löst es mit KI?

00:11:31: Wenn man gerade Redebedarf hat oder vielleicht auch mit jemandem nicht über das Thema reden kann und möchte greifen viele in die Hosentasche und holen Techivity raus.

00:11:39: Das ist bei Seniorinnen und Senioren natürlich nicht so gut möglich Und wir dachten unsere bringen das über das Medium Telefon zu den Leuten.

00:11:46: Angehörige können Helga online abonnieren und somit dafür sorgen, dass Helga sich regelmäßig für ein paar Minuten bei Oma oder Opa meldet.

00:12:23: Sie können fragen, was soll ich heute Abend im Fernsehen gucken?

00:12:25: Was gibt es da Schönes?

00:12:26: oder sich zum Beispiel auch helfen lassen um zum Beispiel die Jugendsprache erklären zu lassen.

00:12:30: Wenn jetzt das Enkel in Worten spricht wie man nicht versteht dann kann man durchaus mal nachfragen und was das denn zum Beispiel bedeuten kann.

00:12:36: Helmut Kreidenweiß ist Professor für Sozialinformatik und er bekommt bei Angeboten wie Helga einige Bauchschmerzen.

00:12:44: Ich denke schon, dass es eine Entlastung mal werden kann.

00:12:48: Es ist und bleibt trotzdem zweischneidig weil natürlich wir dann menschliche gesellschaftliche Probleme an Technologie delegieren Und damit werden die Problemen nicht wirklich gelöst.

00:13:01: Das ist das selbe immer wie das Thema Pflegeroboter, ja man sagt wir haben keine Leute mehr also setzen wir Roboter ein.

00:13:08: Ja warum haben wir keine Leute?

00:13:10: Weil die Gesellschaft die Prioritäten anders setzt.

00:13:13: Neben solchen grundsätzlichen Bedenken also dass wir Angebote wie Helga gar nicht brauchen würden wenn wir in einer besseren Welt leben würden sieht keidenweise auch andere Gefahren.

00:13:24: Wie verändert denn zum Beispiel KI langfristig die Ansprüche an menschliche Kontakte Wenn der Senior dann zum Angehörigen sagt, Helga ist aber viel geduldiger und freundlicher mit mir.

00:13:36: Oder wie wird sichergestellt das Helga keinen Schaden anrichtet?

00:13:40: Kann Helga Wandzeichen für Suizid erkennen?

00:13:44: Wie reagiert Helga auf rassistische oder diskriminierende Äußerungen des Senioren?

00:13:49: Oder zum Thema Autonomie?

00:13:51: Ja, Helgar ruft zu definierten Urzeiten an – ich kann nicht sagen jetzt ist es mir gerade nicht recht!

00:13:56: Kannst du eine halbe Stunde noch mal anrufen?

00:13:59: Es räumt auch der Professor für Sozialinformatik ein, dass man durchaus mal Neues ausprobieren kann um etwas gegen Einsamkeit im Alter oder in unserer Gesellschaft allgemein zu tun.

00:14:09: Aber...

00:14:10: Ich würde niemals einen Angehörigen oder jemanden anderen auf so einem Tun loslassen ohne da wirklich eine... aussagekräftige wissenschaftliche Begleitung zu haben.

00:14:22: Wenn man sowas wissenschaftlich begleitet, halte ich das für hochinteressant, dass auch mal auszuprobieren und zu gucken wie sind denn die Wirkungen?

00:14:29: Wie sind die Reaktionen?

00:14:31: Aber dann bitte nicht nur über vier Wochen sondern mal über vier fünf Jahre!

00:14:35: Im Übrigen, so kreiden weiß, sind Gespräche mit Helga Maschinendialoge – und damit weit entfernt von einem lebendigen Gespräch mit einem Menschen in dem auch einmal ein Witz etwas Überraschendes oder Ironisches kommt.

00:14:46: Sein Vorschach

00:14:48: viele Initiativen, in denen Ehrenamtliche zum Beispiel Anrufdienste für Senioren machen.

00:14:54: Warum steckt man die Energie nicht da rein um mehr ehrenamtlich zu gewinnen?

00:15:00: Also die Frage ist, wo fließt denn die Energie unserer Gesellschaft rein?

00:15:04: Ist die Antwort nur Technologie?

00:15:06: Ich glaube nicht!

00:15:07: Um eine menschliche Gesellschaft auf Dauer aufrechtzuerhalten brauchen wir auch zum Beispiel gerade an solchen Punkten ehrenabendliches Engagement.

00:15:15: Ich schließe nicht aus, dass es ein ergänzendes Angebot sein kann.

00:15:20: Genauso wie verschiedene Formen der humanoiden Robotik aber man darf die Technologie nicht als Kardinal-Lösung für menschliche Probleme in unserer Gesellschaft

00:15:30: begreifen.".

00:15:30: Wer Helga trotzdem einmal ausprobieren möchte geht bei dem Leipziger Startup kein großes Risiko ein.

00:15:36: Es gibt keine Mindestlaufzeit.

00:15:38: Man zahlt monatlich für das Abo und kann auch monatlig kündigen.

00:15:43: Er ist achtundzwanzig Jahre alt Wuchs in großen Nauendorf, nordöstlich von Dresden auf und er ist der erste Schiedsrichter in der Fußballbundesliga aus Sachsen seit zweiunddreißig Jahren.

00:15:54: Richard Hempel!

00:15:55: DFB-Schiedsrichter ist ja sogar schon seit einigen Jahren.

00:15:59: Dass er nun auf Spiele in der höchsten deutschen Klasse leiten darf – das hat er erst zur neuen Saison erfahren.

00:16:05: Also ich habe den Anruf in der Küche bekommen als ich gerade das Abendessen zubereitet habe, d.h.

00:16:09: wirklich den Kochen im Hand.

00:16:11: Meine erste Reaktion war extremes Staunen, große Freude.

00:16:15: Da ist alles irgendwie hochgekommen an positiver Energie.

00:16:17: Ein richtig krasses Gefühl!

00:16:18: Mit nur einundzwanzig Jahren leitete Hempel bereits einen Sachsen-Pokalfinade zwischen dem Chemnitzer FC und dem FSW Zwickau.

00:16:25: Sein Interesse fürs Schiedsrichten begann aber noch sehr viel früher.

00:16:29: Ich bin mit acht Jahren schon bei meinem Vater mit an die Linie gegangen.

00:16:32: Also mein Vater war Schiedsprüchter Und hat mich beim Freundschaftsspielen einfach mitgenommen.

00:16:36: Das hat mich so fasziniert dass ich dann mit einer Sondergenehmigung damals mit zwölf Jahren schon meinen Schiedsrichter zu scheinen machen durfte.

00:16:42: Ich habe parallel bis zum vierzehn Lebensjahr noch Fußball gespielt und hab gemerkt, Leistungssession ist im Fußball, es ist jetzt vielleicht doch der Zenit erreicht und dann habe ich alles auf die Schiedskritte reigesetzt und ich denke das war keine schlechte Entscheidung.

00:16:54: Wahrlich nicht!

00:16:54: Denn Richard Hempel ist nun nicht nur der einzige Schiri aus Sachsen in der Fußballbundesliga – er isst auch der Jüngste, der dort aktuell pfeifen darf.

00:17:03: Und das sind keinesfalls seine ersten Einträge in die Sportstatistiken.

00:17:07: Für einen Kartenrekord hat er, allerdings in der zweiten Liga auch schon gesorgt!

00:17:12: Letzte Saison musste ich einen Spieler nach sechsundzwanzig Sekunden wegen der Notbremse das Feld ist verweisen mit einer roten Karte.

00:17:17: Ich glaube, dass hält jetzt auch den Rekord im deutschen Profifußball mit dem schnellsten Platzverweis auf.

00:17:22: Den Rekort bin ich natürlich nicht stolz weil wir versuchen alles ohne Platzverweise durch zu bekommen aber in diesem Fall muss sich leider so entscheiden.

00:17:29: Hempel leitet seine Spiele mit Zuckerbrot und Peitscher wie er selbst sagt heißt?

00:17:33: Natürlich kann er hart durchgreifen!

00:17:35: Er lobt Spieler aber auch für ein besonders fairen Einsatz.

00:17:39: Er will Ansprechpartner und Vermittler sein.

00:17:41: Ein Fußballspiel zu leiten, sagt er, ist wie neunzig Minuten Sozialarbeit.

00:17:46: Ich bin auch auf dem Fußballfeld eher der coole Typ.

00:17:48: Zumindest versuche ich das rüberzubringen und sehr authentisch zu sein!

00:17:51: Ich bin ja Sozialarbeiter und Seeskalations- und Konfliktmanager und daher trage ich da irgendwie diese Schiedsrichterei mit in meine Arbeit

00:17:58: umgekehrt.".

00:17:59: Die

00:17:59: Arbeit beginnt natürlich lange bevor Richard Hempel den Platz betritt.

00:18:03: Sobald feststeht welche Partie er als nächstes fift beginnen die Vorbereitungen darauf.

00:18:08: Als allererstes plant man die Anreise und die Übernachtung.

00:18:11: Wir müssen ja auch mal einen Tag eher anreisen vor den Spielen, dann Belastungssteuerungen.

00:18:15: Ich gehe viel laufen und führ aufs Rad.

00:18:17: Dann noch gepaart mit einigen Fitnessstudio-Einheiten.

00:18:19: Und dann guckt man, dass man sich optimal auf das Spiel vorbereitet.

00:18:22: Zwei, drei Tage vorher schaut man sich nochmal die Facts zu den Mannschaften an damit man dann auch taktisch gut vorbereitet ist.

00:18:28: Neun bis elf Kilometer läuft der achtundzwanzigjährige im Schnitt während eines Spiels.

00:18:33: Es können auch mal vierzehn sein.

00:18:35: Wichtiger als die Laufleistung, während der neunzig Minuten ist aber natürlich das

00:18:43: Auge!

00:18:50: Ich

00:18:57: bin ein

00:19:03: großer Freund vom Videoassistenz, weil ich nie möchte dass ich mit einer klaren Fehlentscheidung dann nach Hause fahre und die nicht hätte drehen können.

00:19:11: Da eigentlich froh bin das es wie so eine Art zweiter Fallschirm ist für uns Schiedsrichter, dass man da nochmal drauf schauen kann.

00:19:16: Und ich finde auch die Ref-Campen gibt neue Einblicke.

00:19:18: Man merkt, dass viele Menschen total überrascht davon sind wie das aussieht.

00:19:22: aus der First Person Perspektive und wie vor allen Dingen auch die Spieler mit uns reden wir wieder mit den Spielern reden.

00:19:27: also ich glaube das ist interessant für alle Beteiligten.

00:19:32: Jungen Leuten, die selbst Bock haben Schiedsrichter zu werden kann er nur dazu raten.

00:19:36: Denn die Erfahrungen, die man da im Laufe der Jahre sammelt helfen einem nicht nur auf dem Platz.

00:19:41: Die Schiedsschrifterei hat so viele Persönlichkeits-Eigenschaften bei mir geschärft und entwickelt, die ich jetzt total stolz bin Und das kann fürs Leben prägen.

00:19:49: Man ist ja als Schiedsprichter in einer führende Position und in einer leitenden Position nach eines Teams.

00:19:54: Das kann natürlich dann für den späteren Beruf auch mal total nützlich sein.

00:19:57: Natürlich

00:19:58: entsteht mit so einer Position auf demplatz immer ein gewisser Druck Und wenn in einem großen Bundesliga-Stadion plötzlich fünfzigtausend Menschen gegenein sind, dann muss man damit umgehen können.

00:20:08: Ich mache mir vor jedem Spiel ein Matchplan, was gepaart ist mit Vorbereitung zu den Teams und zu den Bedingungen am Spieltag.

00:20:15: wie möchte ich reingehen in das Spiel?

00:20:17: Dann habe ich einfach auch einen sozialen Umfeld, bei dem ich immer reden kann und wo ich meinen Frust oder meine Emotionen abladen kann – das hilft eigentlich sehr gut!

00:20:24: Und sehr beruhigend, wenn die Emotions bei den Fans tatsächlich mal wieder hochkochen.

00:20:29: Die wenigsten wissen tatsächlich, wo das Auto des Schiedsrichters steht.

00:20:33: Aber es denken immer viele, dass die wissen wie's unter meinem Sofa aussieht.

00:20:36: als Hempe mit Nachnamen kann ich mich da nicht so ganz befreien von dem Witz aber ich glaube noch wissen wenige, wo mein Auto steht.

00:20:43: Apropos Sofa?

00:20:44: Privat mit Richard Hempel auf dem Sofa zu sitzen und ein Fußballspiel zu schauen – Das ist eine besondere Herausforderung!

00:20:51: Denn natürlich guckt er auch die Spiele, die er nicht selbst leitet mit den Augen eines Schiedstriches und damit anders als die meisten Fußballfans.

00:20:59: Also mit mir Fußball zu schauen ist eigentlich ein Kraus, weil Emotionen da verloren gehen.

00:21:04: Mein Blick geht eigentlich immer auf den Schiedsrichter oder die Schiedsprüchterin und ich hoffe immer dass sie auch mit der guten Leistung dann durch das Spiel kommen.

00:21:11: Das worauf ich schaue wenn ich Fußball schau ja also wer sich mit mir zum Fußballschauen verabredet der weiß worauf er sich einlässt.

00:21:18: Ein Fanherz steckt aber auch in seiner Brust und zwar für die SG Großnauendorf.

00:21:23: Das ist Hempels Heimatverein für denen er auch pfeift Und in Groß-Nauendorf kann man Sachsens einzigen Bundesligaschiedsrichter kurz vor Weihnachten sogar singen hören.

00:21:32: Genau,

00:21:33: ich singe und habe immer ein Jahrlich am Samstag vor dem dritten Advent mit meiner Familie im Weihnachtskonzert in der Kirche Groß Nauendorff.

00:21:40: also wer da vorbeikommen möchte ist herzlich eingeladen.

00:21:42: In dieser Woche war Hempel übrigens im Pokaleinsatz.

00:21:45: Am Mittwoch hat er in der ersten Runde des DFB-Pokals das Spiel der Bayern beim VfL Osnabrück geleitet.

00:21:53: Das war Wilken Der Sachsen Podcast mit News Anchor H. Jo Wilken.

00:21:59: Dieser Radio-PSR Original-Podcast ist eine Produktion von Regiocast, deutsches Radiounternehmen.

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