Folge vom 28.08.2026 – Vom Baumstamm zum Carbonbeton: Die Kunst Brücken zu bauen

Shownotes

Seit einigen Tagen müssen auch sächsische Online-Händler eine neue EU-Verordnung einhalten, die Verpackungsmüll reduzieren und Recycling fördern soll. Die Regeln sind allerdings so kompliziert geraten, dass viele Händler an der Bürokratie verzweifeln und hohe Extra-Kosten scheuen. Die Folgen: Händler stoppen den Versand ins Ausland und Kunden in Sachsen können bei vielen Online-Shops in anderen Ländern ebenfalls nichts mehr bestellen.

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Transkript anzeigen

00:00:01:

00:00:07: Hallo und willkommen zu einer neuen Folge.

00:00:11: In Sachsen hat es in jüngster Zeit immer wieder Probleme mit Brücken gegeben, der gravierendste Vorfall passierte vor knapp zwei Jahren in Dresden.

00:00:19: Da stürzte über Nacht ein Teil der Karola-Brücke ein.

00:00:22: Nur wenig später wurden Risse an der Elbebrücke bei Wachandau festgestellt.

00:00:26: Die Brücke Budapesterstraße in Dresden gehört ebenso zu den Sorgenkindern in Sachsen, wie die Agrabrücke im Leipziger Süden und die B- onehunderteins-Brücke bei Großenheim.

00:00:36: Die musste aus Sicherheitsgründen sogar ganz schnell abgerissen werden und wird inzwischen neu gebaut.

00:00:42: Um Brücken und wie sie gebaut werden, geht es in dieser Folge.

00:00:45: Einer der führenden Experten auf diesem Gebiet ist Stefan Marx, er ist Professor für Massivbau an der TU Dresden und Partner in einem Ingenieurbüro, das sich überwiegend mit dem Bau von Brücken beschäftigt.

00:00:56: Und er sagt die Pflege von Brücken ist vergleichbar mit dem Zähneputzen oder mit dem Anstrich für den Gartenzaun.

00:01:03: Wenn man das mal vernachlässigt, ist es halb so wild!

00:01:06: Auf Dauer aber bekommt man Probleme

00:01:08: Wenn Sie Ihren Gartenzaun aus Holz nicht pflegen und einfach zugucken, wie die Farbe da vergammelt.

00:01:15: Dann sparen Sie mal über fünf, sechs Jahre das Geld was sie vielleicht bräuchten um den Zaun neu anzustreichen.

00:01:20: aber wenn Sie es dann erfolgreich eingespart haben, dann brauchen Sie irgendwann das Geld für einen neuen Zaun Und dass ist in der Regel erheblich teurer als mal den Anschicht zu erneuern.

00:01:29: Das ist die Situation, die wir heute bei vielen Brücken in Deutschland vorfinden.

00:01:33: Jahrelang wurde gespart und zu wenig in die Instandhaltung investiert Und mittlerweile sind viele Brücken so marode, dass nur noch abreißen und neu bauen

00:01:41: hilft.

00:01:42: Wir dokumentieren zwar die Schäden gut aber wir beheben sie nicht und das ist ein Grundfehler im System unter dem wird zur Zeit leiden.

00:01:49: Menschen haben schon vor tausenden von Jahren angefangen Brücken zu bauen.

00:01:53: Zunächst waren es Baumstämme die Sie verwendeten um Flüsse oder andere Hindernisse zu überqueren.

00:01:58: Später kamen die ersten Brückenkonstruktionen hinzu.

00:02:01: Eine Brücke ist eigentlich was sehr Simples.

00:02:03: Sie verbindet zwei Punkte miteinander und überbrückt das dazwischen liegende Hindernis, also hat eigentlich nur eine einzige Funktion.

00:02:10: Und dennoch ist sie sehr komplex weil es eben ganz viele Faktoren zu berücksichtigen gibt die gar nicht nur etwas mit dem Bauwerk zu tun haben sondern mit der Umgebung wo das steht, mit den Verkehrswegen die gekreuzt werden, mit irgendwelchen rechtlichen Sachen, mit Grundstückssachen.

00:02:26: und dann muss eine Brücke auch noch lange halten.

00:02:28: Brücken können zwei Meter lang sein oder auch zwei Kilometer.

00:02:33: Und je größer die Spannweite ist, also die Strecke über die eine Brücke ohne Stützen rüber muss, desto schwieriger wird natürlich der Bau!

00:02:41: Da beginnt in der Regel mit einem soliden Fundament

00:02:44: Und das ist auch der tricky Teil.

00:02:46: Man kann auch immer sagen, wenn man aus dem Baugrund raus ist hat man es eigentlich geschafft.

00:02:49: Das ist nicht ganz so.

00:02:50: also auch was da oben kommt ist schwierig.

00:02:52: aber das Fundament muss so standsicher sein und so verformungsarm sein dass es die richtige Grundlage für den nachfolgenden Bau gibt.

00:03:02: Und auf dem Fundament kommen dann die sogenannten Unterbauten, das sind die Pfeiler und die Wiederlager.

00:03:08: Darauf kommt der Überbau, dass es der Brückenträger oder eben der Bogen- oder die Hängebrücke je nachdem was für ein System obendrauf ist.

00:03:14: Brückenbauer sind allerdings flexibel.

00:03:16: Manchmal bauen sie auch von oben nach unten also zunächst den Brückentreger und von dort aus erst die Pheiler und Geründungen.

00:03:24: Das ist manchmal erforderlich, wenn man zum Beispiel sehr strenge Umweltauflagen hat.

00:03:28: Dass also das Gebiet gar nicht betreten werden darf indem man die Brücke baut und dann muss man auf so eine Technologie zurückgreifen.

00:03:35: so geschehen bei der Sahle Elzertalbrücke, südlich von Halle.

00:03:39: Die ist acht Komma zwei Kilometer lang und wurde in Teilen so gebaut.

00:03:42: also man schiebt den Brückenträger vor immer von den bereits gebaute Pfeilern aus wieder vierzig fünfzig Meter frei auskrankt nach vorn und oben auf der Spitze dieser Brücke steht dann ein großes Bohrgerät und ein Ramm-Gerät und baut die Fundamente.

00:03:58: Und dann auf den Fundamenten folgend dem Pfeiler, erst wenn der Pfeiller fertig ist kann die Brücke das letzte Stück vorgeschoben werden auf den nächsten Pfeilern und dann erschließt man sozusagen das nächste Feld auf die gleiche Weise.

00:04:09: Man schiebt also immer den Balken weiter vor und bauert vom Balken aus die eigentliche

00:04:13: Brücke.".

00:04:14: Mindestens ähnlich anspruchsvoll ist der Bau von Flussquerungen – jedenfalls dann, wenn die einzelnen Pfeile der Brücken im Wasser stehen!

00:04:21: Und zwar deshalb, weil zum einen der Fluss natürlich häufig befahren wird also durch Schiffsverkehr.

00:04:28: Den muss man natürlich beachten denn wenn so ein schweres Schiff gegen eine Baustelle fährt dann gewinnt immer das Schiff und die Baustellen wird geflutet.

00:04:36: Das ist für die Menschen die da arbeiten höchst gefährlich.

00:04:40: Der zweite Punkt, der schwierig ist beim Pfeilerbau im Fluss ist schlicht und einfach der Fluss selbst.

00:04:45: Wenn er also Hochwasser hat oder irgendeine Flutkatastrophe stattfindet, dann wird natürlich der Pfeiller umspült, unterspült und kann dadurch einstürzen.

00:04:54: Und das ist auch bei der Karola-Brücke durchaus ein schwieriges

00:04:57: Thema.".

00:04:58: Es gibt ganz verschiedene Brückentypen die aber nicht alle gleichermaßen geeignet sind um bestimmte Hindernisse zu überwinden.

00:05:04: Die beiden ältesten Systeme sind Bogen und Balkenbrücken.

00:05:08: Beide funktionieren komplett unterschiedlich.

00:05:10: Der Bogen fasst ausschließlich über Druckkräfte, der Beiken über Biegung

00:05:15: und dann gibt es als Umkehrsystem zum Bogen die Hängebrücke, die funktioniert im optimalen Fall ausschliessig auf Zug.

00:05:23: Und da gibt's noch ein ganz verrücktes System was irgendwie so zwischen den dreien hängt.

00:05:27: das ist die sogenannte Schrägkabelbrücke.

00:05:29: Da können Sie sich einen Vertreter anschauen bei der Elbebrücke in Kosswig.

00:05:34: Wie lang eine Brücke oder ein Bogen sein kann, hängt vom Material und der Konstruktion ab.

00:05:38: Hängebrücken haben die größte Stützweite – und zwar zur Zeit bis zu drei Kilometer.

00:05:43: Die Grenze kommt weil irgendwann das Material sich selber nicht mehr tragen kann.

00:05:48: dann reißt irgendwann einfach das Seil aus dem Eigengewicht heraus.

00:05:52: es ist schon heute so dass bei diesen großen Hangebrücken fünfzig Prozent des Gesamtgewichts die Brückenseile sind Und wenn man jetzt die Brückenlänge noch weiter vergrößert sind das irgendwann neunzig und wenn wir bei hundert Prozent sind, ist Schluss.

00:06:06: Die Grenzen werden immer weiter verschoben nach oben weil die Materialien immer fester und leichter werden.

00:06:12: also mit Carbonenseilen könnte man auch Brücken bauen mit dreißig Kilometer Länge.

00:06:17: das ist dann nur aus heutigen Blickwinkel nicht wirtschaftlich.

00:06:19: solche Spannweiten mit neuen Materialien gehen allerdings häufig zu Lasten der Lebensdauer Denn so lange wie die alten Brücken, die die Römer noch gebaut haben, halten unsere modernen Typen nicht mehr.

00:06:30: Also

00:06:30: die robustesten Bauwerke, die wir kennen, das sind die Bogenbrücken.

00:06:34: Die funktionieren so, dass einfach die Steine für den Bau verwendet wurden rein auf Druck beansprucht worden und das kann ein Stein ohne Klage über viele, viel hundert Jahre.

00:06:44: Ja?

00:06:45: Die Steine kommen ja aus einem Steinbruch und da liegen sie auch schon Millionen Jahre unter der gleichen Beanspruchung also auch unter einer Druckbeanspruchungen Das heißt, diesen Kummer gewohnt.

00:06:54: Wenn wir jetzt Brücken bauen wie das im modernen Brückenbau der Fall ist dass wir eben verschiedene Materialien kombinieren und das zum Beispiel auf Biegungbrücken Träger funktionieren die also auf der einen Seite Druckbeanspruch haben, auf der anderen Seite Zugbeanspruch haben dann ist das Zuglied eben in der Regel aus Stahl und Stahl hat leider die Eigenschaft, dass er eben rostet und irgendwann wenn ich den Stahl eben nicht von diesem Rost schütze dann rostete er durch.

00:07:20: Und das ist eben ein Grund dafür, dass die Nutzungsdauer von modernen Brücken begrenzt ist.

00:07:27: Der zweite Grund ist die Belastbarkeit.

00:07:29: Also Brücken werden ja immer für eine bestimmte Nutzung ausgelegt und wenn man diese Nutzungen unterschätzt hat im Laufe der Zeit, dann werden die Brücken überlastet und halten nicht mehr so lange.

00:07:42: Das ist ein sehr häufiger Fall den wir heute in Deutschland haben.

00:07:44: Wenn Brückenbauer heute eine Brücke planen, dann soll sie mindestens hundert Jahre lang nutzbar sein.

00:07:50: Das heißt aber noch lange nicht, dass die Brücken deswegen nach einhundert Jahren einstürzen müssen.

00:07:54: Sondern das ist die wirtschaftliche Bemessungslebensdauer.

00:07:58: Das heißt also wir rechnen das Betriebsmodell so, dass man eben sagt hunderte Jahre sollen sie halten und dann sind Sie A abgeschrieben und B auch in der Regel soweit verschlissen, dass mein Neubau wieder braucht einfach weil sich der Verkehr in der Regel geändert hat also die Nutzung sich verändert.

00:08:15: Wichtig ist, dass eine Brücke nicht einfach so hundert Jahre hält.

00:08:19: Die muss in der Zeit ordentlich gepflegt werden und wenn wir das nicht tun dann ist die planmäßige Nutzungsdauer von hundert Jahren nicht zu erreichen sondern die Brücken versagen viel eher ihren Dienst, dass es womit wir zurzeit sehr massiv konfrontiert sind

00:08:34: Wobei das kein Problem ist, dass wir nur in Deutschland kennen.

00:08:37: In anderen Ländern sieht es ähnlich aus oder sogar schlimmer.

00:08:41: In Italien oder den USA zum Beispiel stehen Brücken an denen der Zahn der Zeit noch sehr viel mehr genagt hat.

00:08:47: In italien jedes Jahr im Betrieb stürzen ungefähr zwei Bauwerke ein eigentlich immer mit Toten aber das ist schon gar keinen Bericht in den Medien mehr wert es sei denn es gibt eben mal über vierzig Tote wie das bei der Brücke in Genua der Fall war.

00:08:59: Auch in den USA stürzen regelmäßig Brücken während des normalen Betriebes ein.

00:09:04: Und das sind natürlich Zustände, die wollen wir in Deutschland eigentlich nicht haben aber wir bewegen uns zur Zeit darauf zu weil wir die Pflege

00:09:11: vernachlässigen.".

00:09:12: Dass eine Brücke im Betrieb plötzlich einbricht ist in Deutschland bisher erst einmal vorgekommen am elften September vor zwei Jahren nämlich bei der Carola-Brücke in Dresden.

00:09:22: ohnehin passieren solche Unfälle oder bösen Überraschungen in der Regel nicht während des Betriebs einer Brücke, sondern bevor sie fertig ist.

00:09:30: Brücken-Einstürze ereignen sich am häufigsten während des Baus, weil natürlich die Brücke selbst im Bau permanent ihr System und ihre Statik verändert.

00:09:40: Es wird ja immer wieder was dazugebaut, was dann alleine tragen muss und was neu angebaute Teile tragen muss.

00:09:46: Und jeden einzelnen dieser Prozessschritte muss man simulieren und berechnen und gucken ob sich da irgendwelche kritischen Zustände heraus ergeben und auf der Baustelle muss es dann auch genauso durchgeführt werden wie sich die Leute das im Büro überlegt haben.

00:10:00: Und da passieren natürlich leider ab und zu Fehler, die dann eben häufig mit Katastrophe im Ausgang.

00:10:05: Weil die Pflege unserer Brücken so lange vernachlässigt wurde ist nun Zeit-Trumpf!

00:10:10: Wann immer eine Brücke neu gebaut wird versuchen alle Beteiligten das möglichst schnell hinzubekommen Denn wir haben einen gewaltigen Investitionsstau und es gibt viel zu tun.

00:10:20: Die vielen, vielen Baustellen die wir zurzeit in unserem Infrastruktursystem haben, die killen uns natürlich letztlich die Leistungsfähigkeit unserer Infrastruktur.

00:10:27: Das merken alle, die mit der Bahn fahren weil sie unpünktlich sind und das merken allen die mit dem Auto fahren wenn Sie im Stau stecken vor irgendeiner Baustelle.

00:10:36: Deswegen geht es darum, möglichst schnell zu bauen.

00:10:38: Aber eben auch so zu bauen dass man nicht gleich wiederbauen muss also das die Bauwerke möglichst eine hohe Lebensdauer haben und das gelingt darüber dass wir sehr gute Werkstoffe verwenden die eben möglichst dauerhaft sind und die gerade zum Beispiel den verbauten Stahl gut vor Korrosionsschützen das es lange hält.

00:10:56: um möglichst wenig Zeit zu verlieren wurde in Dresden ja auch beschlossen die Karola Brücke als Ersatzneubau zu errichten Also an genau der gleichen Stelle wie die alte und mit einer ähnlichen Funktion.

00:11:08: Damit entfallen bürokratische Planungs- und Genehmigungsverfahren, die Jahre hätten dauern können.

00:11:14: Was nicht funktioniert?

00:11:15: Man kann nichts von der alten Brücke wieder verwenden – nicht einmal die Fundamente, die nach wie vor im Boden

00:11:21: sind.".

00:11:24: Die zweite Kaola-Brücke, also die in den Siebzigerjahren, wurde auf der Bestandsbrücke aus dem Achtzehnundneunziger Baujahr gegründet.

00:11:34: Aber keiner weiß so richtig wie diese Gründung eigentlich aussieht und das ist vielleicht zur damaligen Zeit noch halbwegs akzeptabel gewesen.

00:11:42: aber heute ist sowas genehmigungsmäßig überhaupt nicht mehr realisierbar Und deswegen wird es dort also auch eine neue Gründung geben, die muss allerdings mit der alten Grundung irgendwie zurechtkommen.

00:11:53: Weil Sie können diese Gründungen nicht einfach aus der Erde rausziehen.

00:11:56: da würde man extrem den Baugrund auflockern.

00:11:59: das bedeutet also man muss um die Bestandsgründung irgendwie rumbohren oder durchbohren und die Tiefengründungen also so platzieren dass sie in Zusammenhang mit der im Baugrund verbleibenden alten gründung funktioniert.

00:12:12: Genau das und natürlich auch der Umstand, dass dabei im Wasser gebaut wird macht den Neubau der Dresdner Karola-Brücke so anspruchsvoll.

00:12:19: Zwar führte die Elbe in den letzten Wochen nur sehr wenig Wasser?

00:12:23: Aber die Elben kann eben binnen einer Woche auch mal schnell auf dem Hochwasser von neun Metern anwachsen.

00:12:28: Das hat die Elbens uns in den Letzten Jahrzehnten mehrfach gezeigt.

00:12:32: Und dann müssen sie in blitzes Geschwindigkeit das gesamte Baufeld so räumen können, dass das Hochwasser ungehindert abfließen kann.

00:12:40: Sonst hat man plötzlich dort wo die Brückenbaustelle ist eine Stauma in der Elbe und das mitten im Hochwasser.

00:12:46: Das wäre für das Stadtzentrum äußerst ungünstig.

00:12:49: D.h.,

00:12:49: also die gesamte Logistik der Brückenbaustelle muss darauf ausgelegt sein, dass so ne Baustelle eben schnell geräumt werden kann.

00:12:55: In Dresden ist in den letzten Wochen intensiv über vier Entwürfe für die Caroda-Brücke debattiert worden.

00:13:00: Es gab dazu eine Bürgerbefragung und die Empfehlungen zweier Gremien.

00:13:05: Das letzte Wort hatten nächste Woche aber der Stadtrat.

00:13:08: Er soll am Mittwoch entscheiden, welcher Entwurf umgesetzt werden soll Und dann geht es noch einmal um die Details.

00:13:14: Wir haben momentan die Ergebnisse der sogenannten Vorplanung vorliegen.

00:13:18: Das ist erst mal die grobe Variante, wie man sich den Neubau vorstellen kann und das muss jetzt in den weiteren Planungsstufen also Entwurfsplanungen Ausführungsplanungen Werkstattplanungen immer weiter detailliert werden bis letztlich jede kleine Schweißnaht und jede kleine Schraube genau definiertes wo sie hin muss.

00:13:35: Und parallel dazu müssen natürlich auch alle Genehmigungsfragen geklärt werden.

00:13:40: Wir haben ja die Vorgabe gesetzt, dass wir einen reinen Ersatzneubau herstellen wollen.

00:13:46: Aber so ganz rein ist der Ersatzenbauer definitiv nicht.

00:13:49: Das sieht man ja schon daran, das die Brücke irgendwie anders aussieht als die Brücken von neunzehntundseipzig.

00:13:54: Jeder der Entwürfe sieht anders aus und deswegen muss das einfach sauber geprüft werden.

00:13:59: ergeben sich aus diesem Anders Aussehen oder auch aus zum Teil etwas geänderten Geometrien noch irgendwelche Fragestellungen?

00:14:06: muss man eventuell doch bestimmte Abstimmungen durchführen.

00:14:09: Den offiziellen Baustart peilt die Stadt für das zweite Halbjahr, und nach zweieinhalb bis drei Jahren soll die Brücke im Jahr- und Dreißig fertig sein.

00:14:19: Und wie lange wird der Neubau dann halten?

00:14:24: Sehr wahrscheinlich deutlich länger als der Siebziger Jahrebau dessen Schwachstelle der rostige Stahl im Inneren war.

00:14:30: Wir haben heute eine ganz andere Zeit als in den Seventigern Jahren.

00:14:33: Die Seventiger Jahre, das war eine ganz stark durch Innovation geprägte Zeit, insbesondere durch Innovation im Spannbetonbau und die Brücke, die eingestürzt ist – das war einer der ersten großen Spanbetonbrücken der DDR und Deutschlands überhaupt!

00:14:50: Heute haben wir viel abruptere Technologien, sodass man eigentlich davon ausgehen kann dass das Bauwerk diese Anfängerfehler die vielleicht bei der Carola Probe passiert sind nicht wiederhaben wird.

00:15:01: Dafür sollten wir auf jeden Fall Sorgen in dem wartigen Prozess.

00:15:04: In Deutschland gibt es übrigens rund einhundertdreißig tausend Brücken.

00:15:08: Jede sechste oder siebte davon muss saniert werden.

00:15:10: Allein auf den Autobahnen sollen bis zwei tausende und dreißig eigentlich rund vier bis fünftausend brücken erneuert werden.

00:15:17: Das schaltet häufig aber nicht nur an der unsicheren Finanzierung sondern auch an langen Planungs- und Genehmigungsverfahren.

00:15:23: Und daran, dass Ingenieure und Bauunternehmen fehlen, die die viele Arbeit

00:15:42: erledigen!

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