Folge vom 24.04.2026 – Wir sind auf einem guten Weg: Gespräch mit EEX-Chef Reitz zum Stromhandel und der Energiewende

Shownotes

Peter Reitz ist der Chef der Leipziger Energiebörse EEX. Er erklärt in dieser Folge, wo Deutschland bei der Energiewende steht, in welchen Bereichen andere Länder bereits weiter sind als wir, wie die erneuerbaren Energien die Strompreise langfristig sinken lassen und wie Kunden zu bestimmten Zeiten heute schon ihren Strom zum Nulltrauf bekommen können.

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00:00:01: Hallo und willkommen zu einem Spezial.

00:00:10: In der heutigen Folge geht es um unseren Strom, es geht um die Energieversorgung insgesamt Um die Preise an den Tankstellen, um Solaranlagenwärme pumpen, E-Autos Windräder und einiges mehr vielleicht.

00:00:21: Und es geht um einen Unternehmern in Sachsen bei dem viele dieser Fäden direkt oder zumindest indirekt zusammenlaufen.

00:00:28: Dazu habe ich mir den Mann eingeladen der dieses Unternehmen seit fünfzehn Jahren führt.

00:00:32: Herzlich willkommen Peter Reitz, der Vorstandsvorsitzende der Leipziger Energiebörse!

00:00:37: Ja, herzlich willkommen auch von mir.

00:00:39: Danke dass ich dabei sein darf.

00:00:40: Bereits Leipziger Strom oder Energiebörse?

00:00:43: Das liest du.

00:00:43: da hört man ja immer beim über ihr Unternehmen berichtet wird.

00:00:46: es heißt offiziell European Energy Exchange kurz vorm EEX.

00:00:51: Wer in Leipzig unterwegs ist kennt wahrscheinlich zumindest die Logo weil das kann man nicht übersehen das hängt ja über den Dächern der Stadt am Leipzieger Uni Riesen.

00:00:59: aber wofür steht denn das?

00:01:00: also was ist die leipzige Energieböse?

00:01:02: brauchen wir die damit bei uns zuhause das Licht angeht?

00:01:05: Dafür braucht man sie wahrscheinlich nicht.

00:01:08: Es ginge wohl auch ohne Börse, aber es wäre deutlich ineffizienter und deutlich treuerer.

00:01:14: Was machen wir?

00:01:15: Wir bringen Käufer- und Verkäufer zusammen in Energieprodukten.

00:01:20: Das sind im Wesentlichen Strom-, Gas- und Emissionszertifikate.

00:01:25: Also CO².

00:01:27: Handel läuft auch bei uns.

00:01:28: Aber die Hauptprodukte sind Strom- und Gas.

00:01:32: Wer handelt da?

00:01:33: Das sind die Erzeuger von Strom.

00:01:36: Also Leute, denen Kraftwerk betreiben beispielsweise aber auch Leute, die eine Windfarbe oder ein großes Solarpark haben und die verkaufen ihren Strom also das was sie erzeugen dann einen Verbraucher- oder Weiterverteiler.

00:01:52: Weiterverteilern können zum Beispiel sein Stadtwerke, die dann die Haushalte also Sie und mich mit Strom versorgen.

00:02:01: Aber es können auch große Industrieunternehmen beispielsweise, die ihre Fabriken mit Strom versorgen müssen hier auf der Käuferseite auftreten.

00:02:08: Das heißt man braucht schon eine gewisse Größe um an der Stromwörse handeln zu können?

00:02:13: Ja das macht keinen Sinn für einen Privataushalt an der Strombörse teilzunehmen.

00:02:18: Das wäre viel zu aufwendig aber für die Industrie-Unternehmen ist das schon sinnvoll ab einer gewissen Größe in der Tat her.

00:02:26: Und wie genau kommt jetzt der Preis zustande?

00:02:30: Bei uns sind über tausend Handelsteilnehmer angeschlossen.

00:02:34: Je nachdem, ob sie Verkäufer oder Käufer sind, passiert das im Wettbewerb.

00:02:39: Sie schicken an die Börse ihre Gebote, Strom zu verkaufen und wir sortieren die.

00:02:47: Die besten Preise stehen sozusagen ganz oben.

00:02:51: Das Gleiche machen wir auf der Verkäufersite.

00:02:53: Die Leute, die Strom kaufen wollen ... schicken auch ihre Gebote und wer am meisten bietet, steht dann sozusagen oben in der Rangliste.

00:03:01: Und wenn Kauf- und Verkaufsgebot zusammenpassen, dann entsteht ein neuer Preis – und dann auch für alle

00:03:08: sichtbar.".

00:03:09: Und dieser Preis gilt dann für alle die in diesem Augenblick Strom kaufen?

00:03:13: Egal wo er gerade her kommt….

00:03:14: Es ist im kurzfristigen Strommarkt so dass wir dafür sorgen das immer die günstigsten Kraftwerke tatsächlich zum Zuge kommen.

00:03:23: Strom Homogen ist gut, also egal wo er genau herkommt kommt dann entsprechend über das Netz geliefert und deswegen gibt es einen Preis für alle die dann kaufen und verkaufen gleichzeitig in diesem kurzfristigen

00:03:38: Markt.

00:03:39: Da haben Sie schon was gesagt nämlich kurzfristiger Markt.

00:03:41: Es gibt verschiedene Strompreise.

00:03:43: In der Tat Strompreis ist immer abhängig davon wo man Strom haben möchte.

00:03:50: Einheitlichen Strompreis für Deutschland, aber wenn man in Frankreich, Italien und Schweden Strom kaufen möchte, dann ist das zu einem anderen Preis.

00:04:00: Dann ist es auch abhängig davon wann man den Strom haben möchte.

00:04:03: Man kann im ganz kurzfristigen Bereich bis zu fünfzehn Minuten Strom kaufen also eine Viertelstunde Strom von zwölf bis viertel nach zwölfe Und dann im langfristigen Reich bis zu einem Jahr.

00:04:15: Also man kann ein ganzes Jahr Strom kaufen bei uns Und dann eben für die Jahre, bis zehn Jahre im Voraus.

00:04:25: Je nachdem wann man Strom haben möchte hat der einen unterschiedlichen Preis, weil er dann auch reflektiert wie gerade die Angebots- und Nachfragssituation zu diesem Zeitpunkt ist.

00:04:36: Ist der Strom den ich in zehn Jahren vielleicht haben will dann besonders günstig oder ist der denn eher teuer?

00:04:42: Der ist im Moment günstiger als wenn sie ihn für nächstes Jahr kaufen wollen und zwar deshalb, Voraus sieht, wie sich auch die Angebotsseite weiterentwickelt und im Moment bauen wir jedes Jahr neue Energiequellen hinzu.

00:04:57: Insbesondere Solar- und Windenergie.

00:05:00: Und diese ist besonders günstig und deshalb ist der langfristige Preis niedriger als wenn man das Preise für zum Beispiel nächstes Jahr betrachtet.

00:05:09: Wie ist garantiert dass dieser Strom dann auch in zehn Jahren tatsächlich geliefert wird?

00:05:14: Naja, das garantieren wir.

00:05:16: Wir machen ja nicht nur den Handel an der Börse sondern auch das sogenannte Clearing und Clearing bedeutet dass wir sowohl die Lieferung als auch die Bezahlung garantieren.

00:05:28: Dafür hinterlegen die Handelsteine über dann eine gewisse Sicherheit.

00:05:32: aber die physische Lieferungen machen wir in enger Kooperation mit den Netzbetreibern über deren Leitungen dann also geliefert wird.

00:05:40: Also es ist garantiert die Strommengen, die man über die Börse handelt dann tatsächlich auch dort ankommen wo sie gebraucht werden und wo sie gekauft wurden.

00:05:49: Ich konstruiere mal folgende Situation ich bin ein großer Solarpark Betreiber verkaufe meinen Strom zehn Jahre im voraus aber in fünf Jahren brennt mein Solarpark ab.

00:05:59: wie ist denn dann noch sichergestellt dass mein Kunde seinen Strom bekommt?

00:06:03: Wenn ich eine Lieferverpflichtung eingegangen bin und kann sie nicht mehr erfüllen, dann habe ich immer die Möglichkeit über die Börse das woanders wieder einzukaufen.

00:06:11: Damit ich meine Position ausgleichen kann, dann hab' ich von jemand anderen der dann produzieren kann beispielsweise in Andra-Solarpark oder Windfarm Strom G kauft und kann sozusagen das durchleiten.

00:06:25: Wir netten das auch so dass am Ende nur der Strom geliefert wird die dann noch offen sind.

00:06:33: Und ich könnte rein theoretisch, falls Sie mir Strom gekauft oder gesichert haben für in zehn Jahren und braucht den gar nicht, können auch Verkäufer sicherlich werden?

00:06:40: Genau!

00:06:40: Das passiert auch fortlaufend.

00:06:42: Auch die Unternehmen auf der Verbrauchsseite wissen ja nicht im Zollfall sehr genau acht Jahre im Voraus wieviel Strom sie verbrauchen werden.

00:06:50: Die sichern sich einen festen Preis.

00:06:53: Wenn Sie dann feststellen so viel Strom brauche ich gar nicht.

00:06:55: Dann verkaufen Sie den Rest wieder über die Börse.

00:06:59: Ich brauche meinen Strom aber in zwanzig Minuten.

00:07:01: Dann wird es unter Umständen sehr teuer.

00:07:04: Oder sehr billig, auch das ist nicht vorher festgelegt.

00:07:08: auf jeden Fall kann man bei uns Strom kaufen sogar bis fünf Minuten vor Lieferung und je nach Angebot- und Nachfrageseite haben wir dann hohe Preise weil zum Beispiel wenig erneuerbare Energien im System sind also wenig Wind da ist, wenig Sonne da ist.

00:07:25: aber es kann auch genau der umgekehrte Fall sein.

00:07:28: wenn ich z.B.

00:07:29: mittags an einem Feiertag den fünf Minuten Strom brauche, dann ist er vielleicht sogar umsonst.

00:07:34: Weil wir haben da Phasen wo sehr viel Solarenergie und vielleicht auch noch Windenergie im System ist Und die Nachfrage nicht so hoch ist Dann haben wir sogar Phasen, wo es teilweise sogar negative Preise gibt.

00:07:47: Dann kriege ich sogar noch Geld wenn ich den Strom dann abnehme

00:07:50: und reagieren unter.

00:07:51: sicherlich reagieren Unternehmen daraus.

00:07:53: Es gibt sicherlich große Stromverbraucher die dann den Wetterbericht anschauen und sagen jetzt kriegen wir hier drei Wochen lang hoch sauber mit ganz viel Sonnenschein.

00:07:59: Wir passen unsere Produktion an den Strompreis an.

00:08:02: Das passiert das geht nicht überall.

00:08:04: es gibt natürlich industrielle Prozesse die nicht diese Flexibilität haben.

00:08:09: aber Wir sehen immer mehr, dass Investitionen passieren auch von großen Unternehmen um genau diese Flexibilität zu erzeugen.

00:08:17: Dass man auch Dinge die gerade energieintensiv sind sozusagen Stück weit auf Halde produziert sich selber einen Zwischenpuffer baut damit man von diesen Preisschwankungen profitieren kann.

00:08:30: Die andere Möglichkeit ist das viele Unternehmen jetzt auch Batterien nutzen um Strom zwischenzuspeichern.

00:08:37: Sie müssen ihn gar nicht in dem Moment verbrauchen, wo sie ihn einkaufen und auch diese Flexibilität ist dann für das gesamte System sehr

00:08:44: hilfreich.".

00:08:45: Sie haben ihre Karriere ja bei der Deutschen Börse in Frankfurt gestartet, haben dann auch mal in New York gearbeitet sind seit Zwei-Tausend-Elf jetzt Vorsitzender der EEX.

00:08:54: Was machen Sie in Ihrem Job?

00:08:55: Also was machen Sie morgens als erstes wenn Sie ins Büro

00:08:57: kommen.

00:08:58: Als erstes schaue ich mal was so über Nacht passiert ist, also was an Nachrichten reingekommen ist.

00:09:02: Was auf dem Strommarkt passiert ist und dann gibt es keinen typischen Tag für mich.

00:09:08: Je nachdem was gerade ansteht habe ich dann natürlich verschiedene Aufgaben.

00:09:13: Die EX ist ja nicht nur in Leipzig tätig.

00:09:16: Wir sind inzwischen ein Unternehmen das weltweit aktiv ist Das heißt ich bin auch sehr viel unterwegs.

00:09:23: Reisezeit ist dann auch immer ein Teil meiner Zeitplanung.

00:09:27: Es gibt keinen typischen Tag.

00:09:29: Aber es gibt Tage, die sind besonders stressig?

00:09:31: Oder wenn Raketen fliegen oder Pipelines explodieren, wird das für sie einen langen Tag?

00:09:37: Das kann schon passieren!

00:09:38: Das hat ja erst einmal Auswirkungen auf die Handelsteilnehmer wie an der EX.

00:09:44: Wir handeln nicht selbst, sondern wir bringen nur die Käufer und Verkäufer zusammen.

00:09:50: Aber wenn da extrem viel Bewegung im Markt ist, dann hat das natürlich auch Auswirkungen auf das Handelsvolumen und auf unsere Systeme die dann mehr belastet sind.

00:09:59: Und wenn es tatsächlich in zu Krisensituationen kommt, dann kann's auch mal ein sehr langer Tag werden.

00:10:04: Das machen Sie nicht allein?

00:10:05: Sie haben wie viele Mitarbeiter?

00:10:07: Weltweit sind wir über thirteenhundert inzwischen davon mehr als die Hälfte hier in Leipzig.

00:10:13: also wir sind knapp siebenhundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Leibzig.

00:10:17: Wie sieht so das eine oder andere typische Jobprofil aus?

00:10:21: Auch da gibt es nicht den einen Job, den dann alle ungefähr gleich machen.

00:10:26: Wir haben natürlich alle normalen Funktionen die ein jedes Unternehmen hat also vom Controlling über Rechnungswesen bis hin zum Marketing und dann die mehr marktnahen Bereiche.

00:10:38: Also das geht von der Marktsteuerung, die tatsächlich mit den Kunden über die Einhaltungen unserer Regeln zum Beispiel wacht bis hin zu Produktentwicklung wie entwickeln wir neue Ideen, was gehandelt werden muss bis hin zum Vertrieb, den wir sehr dezentral machen.

00:10:57: Also wir haben das gesamte Spektrum und bei uns arbeiten auch sehr viele Leute mit ganz unterschiedlichen Hintergründen also mit unterschiedlichen Ausbildungen auch.

00:11:06: Sehr viele mit mathematischen oder betriebswirtschaftlichem Hintergrund aber eben auch ein ganz breites Spektrumpf von Spezialisten.

00:11:15: Auch ein sehr internationales Team Hier in Leipzig, internationalen Mitarbeiter von über sechzig verschiedenen Nationen.

00:11:24: Was auch dazu führt dass in vielen Teilen unseres beruflichen Alltags Englisch die Sprache ist mit der wir miteinander kommunizieren.

00:11:31: Warum überhaupt Leipzig?

00:11:32: Man würde ja so ein Unternehmen vielleicht eher in Frankfurt Amsterdam Brüssel London vermuten.

00:11:37: warum leipzig

00:11:38: Ja als die regionalen Monopole in Deutschland aufgehoben wurden.

00:11:43: das war so Ende der neunziger Jahre.

00:11:46: Da gab es dann überhaupt erst mal die Notwendigkeit, einen Handelsplatz zu schaffen.

00:11:50: Da gab's zwei Initiativen solche eine Börse zu kreieren.

00:11:53: Eine tatsächlich in Frankfurt am Main und eine hier in Leipzig weil die Lokalpolitik damals auch getrieben hier vom Oberbürgermeister in Leibzig gesagt hat Mensch da entsteht was Neues und da entstehen dann auch Arbeitsplätze.

00:12:06: Lass uns doch versuchen das hier in leipzig anzusiedeln.

00:12:09: Leipziger ne lange Traditionen von internationalem Geschäft, Handelsplatz.

00:12:14: So ist das entstanden?

00:12:15: Der Marktplatz war natürlich viel zu klein am Anfang um jetzt zwei Börsen zurechtfertigen.

00:12:21: Das heißt die beiden Börs sind dann fusioniert und dann hat man sich für den Standort Leipzig entschieden.

00:12:27: Und es ist auch ein sehr guter Platz.

00:12:28: hier haben hier ideale Bedingungen unser Geschäft zu betreiben.

00:12:32: Das ist ja einerseits ein sehr internationales Geschäft aber eben auch ein elektronisches Geschäft.

00:12:37: Die Leute müssen nicht physisch zusammenkommen kann man das sehr gut von hier aus machen.

00:12:42: Reden wir noch mal ein bisschen über die Energiepreise, Energie.

00:12:45: wird die langfristig günstiger oder teurer werden?

00:12:48: Ja, das kann man ja bei uns direkt am Markt ablesen, hatten wir vorhin schon kurz gestreift.

00:12:52: Die Preise wenn man jetzt so in die weitere Zukunft schaut In drei Jahren sind nochmal wieder günstige.

00:12:58: also der Strompreis Langfristig sinkt und es liegt tatsächlich an dem Erzeugungsmix weil immer mehr erneuerbare Energien in das System kommen.

00:13:07: Das heißt, wenn wir irgendwann mal bei hundert Prozent erneuerbaren Energien sind dann haben wir einen fixen Strompreis oder?

00:13:13: Nicht notwendigerweise.

00:13:14: Auch da gibt es ja dann viele Komponenten die auf dem Preis einwirken unter anderem haben keine konstante Nachfrage.

00:13:20: zum Beispiel.

00:13:22: auch da gibt's ja viele Entwicklungen die auf das gesamte Nachfragesystem Einfluss haben.

00:13:28: also denken Sie an wie viel Elektroautos gibt es zukünftig Wieviel Wärme pumpen laufen über Strom?

00:13:36: Datacenters braucht es, um zum Beispiel künstliche Intelligenz zur Verfügung zu stellen.

00:13:41: Also auch die Nahfrageseite ist ja nicht konstant.

00:13:45: Insofern gibt's nie dann einen konstanten Preis der dann für immer

00:13:48: gilt.".

00:13:49: Wirds denn da überhaupt genug Strom geben in Zukunft?

00:13:52: Da machen wir überhaupt keine Sorgen!

00:13:53: Wir haben über die gesamte Historie der Energieversorgung noch nie ein tatsächliches Problem gehabt, dass es nicht genug Strom gab... Und das ist auch nicht absehbar, dass es irgendwann so kommen sollte.

00:14:07: Es gibt immer unterschiedliche Nachfrage-Angebotssituationen.

00:14:11: Das wirkt sich dann immer auf den Preis aus.

00:14:13: aber dass jemand der Strom kaufen möchte gar keinen mehr bekommt, das hatten wir noch nie und kann ich mir auch nicht vorstellen, dass das irgendwann passiert.

00:14:20: Weil es ja eben auch ein europäischer Markt ist.

00:14:22: wenn Sie als Stromhändler lesen eine Schlagzeile Deutschland wird zum Strombettler weil wir gerade mal ein bisschen Atomstrom aus Frankreich zum Beispiel einkaufen da müssten sie ja dann mit dem Kopf schüllen.

00:14:32: Das tue ich dann auch.

00:14:33: Das hat mir der Realität wenig zu tun, ganz im Gegenteil.

00:14:37: wir in Deutschland profitieren davon dass wir sehr zentral geografisch auch liegen und deshalb viele Außengrenzen haben zu anderen Staaten die über Stromleitungen miteinander verbunden sind.

00:14:48: das heißt wenn in Deutschland zum Beispiel nicht genügend Strom für die gesamte Nachfrage da wäre Dann können wir aus dem Auslandstrom importieren.

00:14:58: Die Situation ist aber auch oft umgekehrt.

00:15:01: Wenn in Deutschland sehr viel Wind und Sonne da ist, dann haben wir mehr Strom als wir selber verbrauchen.

00:15:07: Und dann finden wir eben im Ausland entsprechende Abnehmer dafür.

00:15:11: Und es bedeutet nicht, wenn wir Strom im Außland kaufen, dass wir keinen haben?

00:15:15: Sondern das er dann einfach billiger ist?

00:15:17: Genau!

00:15:18: Also Deutschland kann sich selbst mit Strom versorgen.

00:15:21: Das ist eher eine Frage des Preises.

00:15:23: Da ist es manchmal günstiger den Strom aus dem Ausland zu nutzen.

00:15:27: Preiswert da ist.

00:15:28: Das macht sich dann aber nicht immer so freud auf meiner Stromrechnung bemerkbar, ne?

00:15:32: Ja die meisten Leute haben ja Stromrehnungen, die gar nicht von diesen börselichen Schwankungen beeinflusst sind sondern sie haben Stromtarif vereinbart oft für ein ganzes Jahr und dann sehen Sie von diesen täglichen Schwankenden am börslichen Markt auf ihrer Stromrechenung gar nichts.

00:15:48: Aber es gibt inzwischen auch Stromtarife.

00:15:50: Da könnte ich tatsächlich so vor dem Tagesaktuellen Börsenpreis profitieren wenn ich so einen smarten Tarif habe geht das

00:15:57: In der Tat, das ist inzwischen auch so, dass alle Stromanbieter solch einen Tarif anbieten müssen.

00:16:04: Und immer mehr Leute nutzen das auch.

00:16:07: Tatsächlich ist die Voraussetzung dafür ein solches Smart-Meter, dass man auch von den Schwankungen dann profitieren kann und das lohnt sich für alle, die Flexibilität haben, die also entscheiden können.

00:16:19: zum Beispiel mein ... E-Auto lade ich dann Sonntagsnachmittag, wenn sehr viel Sonne ist.

00:16:25: Da sind die Preise extrem niedrig und dann kann ich entsprechend von diesen Preisschrankungen

00:16:29: profitieren.".

00:16:30: Wie günstig kann es denn werden?

00:16:32: Tatsächlich bis hin zu null!

00:16:35: Ich habe so ein variablen Tarif selbst und wir haben tatsächlich schon unser Auto geladen ohne was dafür zu bezahlen.

00:16:42: Also der oberste Stromhändler Europas sagt das ist eine gute Idee sich so einen Tarif anzuschaffen.

00:16:46: Ja, wie gesagt.

00:16:47: Wenn man selber Flexibilität hat und die großen Verbraucher steuern kann – also wenn man eine Wärmepumpe hat, wenn man ein E-Auto hat dann lohnt sich auch ein variabler

00:16:58: Stromtarif.".

00:16:59: Wir erleben ja gerade wieder eine neue Energiekrise durch den Krieg im Iran mit den Folgen, die wir an der Tankstelle jeden Tag ablesen können.

00:17:07: Steckt das noch weitere Bereiche durch, die Sie dann in Ihrem Geschäft mitbekommen?

00:17:15: In erster Linie ist natürlich mal der Ölmarkt betroffen, die Preise im Ölmark sind in achtzig Prozent gestiegen seit das passiert ist.

00:17:22: Aber auch der Gasmarkt ist direkt betroffen.

00:17:24: Auch da fallen ja einige Lieferwege aus und deswegen gibt es ein knapperes Angebot an Gas Und das merkt man noch am Gaspreis.

00:17:34: Das hat dann auch wieder weitere Auswirkungen Auf den Strompreis.

00:17:38: am wenigsten, der hat sich tatsächlich von diesen drei Märkten bewegt.

00:17:41: Weil eben Gas nur eine Quelle von Stromerzeugung ist und je nachdem wie viele erneuerbare Energien zum Beispiel in einem Land verfügbar sind, hat das dann auf dem Strompreise weniger Auswirkungen gehabt.

00:17:53: also der ist deutlich weniger gestiegen als jetzt.

00:17:55: Gas oder Ölpreise.

00:17:56: Und was sagt es Börsenbarometer?

00:17:58: Gaspreise in einem Jahr in zwei Jahren wird sich die Lage wieder entspannen.

00:18:02: Das ist im Moment die Erwartung des Marktes.

00:18:04: Tatsächlich, dass die Preise in einem Jahr und auch in zwei Jahren wieder deutlich niedriger sind.

00:18:09: Aber das kann man natürlich nicht genau wissen.

00:18:12: Im Moment ist die Markterwartung weder sinkende Preise zu sehen im Gasmarkt.

00:18:17: Reagiert die Politik in Deutschland denn gerade richtig auf diesen Ölpreisschock?

00:18:22: Die Mineralölsteuersenkung von siebzehn Prozent, die es ja gerade in der Mache?

00:18:26: Naja, es hilft sicherlich ein bisschen aber es hilft eben nicht sehr zielgenau.

00:18:32: viele Leute die das dann nutzen, müssten jetzt nicht unbedingt vom Staat gefördert werden um ihre nächste Tankrechnung zu bezahlen.

00:18:41: Also es ist ein bisschen Gießkannenprinzip insofern nichts erziel genau aber natürlich ist es erstmal eine Hilfe.

00:18:48: Wären wir denn in einer anderen Situation wenn wir bei der Energiewende schon weiter wären?

00:18:53: Ja natürlich man sieht das ja auch an anderen Ländern in dem Maße wo Erneuerbare Energien, die ja lokal erzeugt werden und den Strombedarf abdecken können, das macht man sicher komplett unabhängig von Preisentwicklungen am globalen Öl- oder Orgasmarkt.

00:19:11: Wo stehen wir denn in Deutschland mit der Energiewende im Vergleich zu anderen Ländern?

00:19:15: Ja, gar nicht so schlecht.

00:19:16: Also wenn man die Stimmung hört hat manchmal einen Eindruck es wäre alles ganz furchtbar.

00:19:20: aber inzwischen wird ungefähr sechzig Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien erzeugen.

00:19:26: also das ist die Mehrzahl des Stromes die erzeugt wird.

00:19:29: also da sind wir schon weit gekommen und auch wenn man sich die Ausbauzahlen anschaut sowohl der letzten Jahre als auch die weiter geplanten sind wir da auf einem guten Weg im Stromerzeugungsbereich.

00:19:40: Es gibt andere Bereiche, wo andere Länder schon deutlich weiter sind.

00:19:44: Wenn man zum Beispiel die Verbreitung von E-Autos sieht.

00:19:47: Da sind wir in Deutschland im letzten Jahr bei den Neuzulassungen ungefähr bei ca.

00:19:51: zwanzig Prozent gewesen.

00:19:53: Da gibt es andere Länder, wenn man nach Norwegen schaut oder insgesamt Skandinavien.

00:19:58: Norwegen ist bei neunzig Prozent plus.

00:20:00: also da ist eigentlich jedes neue Auto was dazugelassen wird ein E-auto Aber auch andere große Märkte.

00:20:07: China hat über fünfzig Prozent ihrer Neuzulassungen als E-Autos, also das sind andere deutlich weiter.

00:20:13: aber auch da sieht man in Deutschland dass da jetzt was passiert.

00:20:16: Wir hatten im März das erste Mal den Fall, bei der Neuzullassung mehr E-Autos gab es als Verbrenner.

00:20:23: und woran liegt das?

00:20:24: Dass wir noch so ein bisschen hinter hängen?

00:20:26: haben wir da falsche politische Weichenstellungen erlebt?

00:20:28: oder bekommen die Autos jetzt einfach einen Push weil diese gerade zu teuer ist?

00:20:33: Das sieht man in den Zahlen noch nicht, aber das würde ich erwarten.

00:20:35: Dass dann mehr Leute überlegen, wäre es nicht sinnvoller sich davon ein Stück weit unabhängig zu machen?

00:20:41: Aber was die Historie angeht, glaube ich hat das in Deutschland ein bisschen darunter gelitten dass wir nie so einen stabilen Rahmen hatten.

00:20:48: Wir haben ein bisschen so'n Zickzackkurs gefahren Dann gab's mal eine Förderung, dann gab's wieder keine.

00:20:52: Das hilft natürlich nicht und deswegen sind wir da vielleicht auch ein bisschen weiter hinten dran.

00:20:58: Ich erlebe end der Diskussion auch häufig das Argument Es gibt ja keine Ladesäulen.

00:21:02: Das ist ja auch nicht richtig, oder?

00:21:04: Also ich fahre jetzt seit über zwei Jahren reines E-Auto und ich habe bislang immer eine Ladesäule gefunden wo ich das auch wieder laden konnte.

00:21:11: Da muss man natürlich manchmal ein bisschen mehr planen als wenn man die nächste Tankstelle sucht.

00:21:16: aber inzwischen ist die Versorgungslage da wirklich gut.

00:21:21: Sie haben gerade gesagt, wir sind eigentlich auf einem ganz guten Weg bei der Energiewende in Deutschland.

00:21:27: Die Ausbauzeilen der letzten Jahre können sich durchaus sehen lassen.

00:21:30: Jetzt gibt es aber auch Pläne der Bundesregierung mehr Gaskraftwerke zu bauen und die Förderung für kleinere Solaranlagen zu streichen.

00:21:38: Stimmt der Weg da noch?

00:21:39: Na ja was das zusätzliche Bau von Gaskraftwerk angeht, da bin ich wirklich sehr skeptisch ob das nun die beste Lösung ist für die Probleme die man da angehen will.

00:21:50: Also, wir sehen ja gerade was im Gasmarkt passieren kann.

00:21:54: Auch eine geopolitischen Entwicklung die man hier überhaupt nicht steuern und beeinflussen kann also sich davon weiter abhängig zu machen ist glaube ich keine gute Idee.

00:22:03: da gibt es sicherlich bessere Lösungen überhaupt das Angebot auch zu flexibilisieren.

00:22:10: dass ist das was am meisten gebraucht wird in dem Stromsystem.

00:22:13: und sie haben gefragt was den Ausbau erneuerbarer Energien angeht hatten im letzten Jahr Rekordausbau, was Solar angeht.

00:22:22: Im Moment sind da auch deutliche Zubauzahlen im Wind erwartet – auch für dieses Jahr wieder!

00:22:29: Also das ist im Moment auf wirklich gutem Weg.

00:22:31: Ob jetzt die Solarförderung dafür einen riesen Einbruch sorgt?

00:22:35: Da bin ich mir nicht so sicher.

00:22:37: Allerdings ist es halt ein Element, was sicherlich eher auf dem Segment der kleineren Anlagen dann eher bremsend wirken

00:22:44: würde.".

00:22:45: Ausbau der Windenergie ist ja auch nicht immer so einfach.

00:22:48: Sobald Pläne für einen konkreten Standort für Windräder bekannt werden, heben ja alle sofort die Hände und sagen ob bitte bloß nicht direkt bei uns vor der Haustür?

00:22:57: Ja das sind tatsächlich Phänomenen.

00:22:59: Alle sind für die Energiewende und den Ausbau einer neuen Energie, aber bitte nicht bei mir!

00:23:05: Der Schlüssel zum Erfolg liegt wirklich in der Bürgerbeteiligung.

00:23:08: wenn die Gemeinden z.B davon profitieren, dass dort Windräder gebaut werden und dann das tatsächlich auch bei den Bürgern ankommt.

00:23:16: Weil in der Gemeinde dann etwas investiert wird wo die Bürger direkt was von haben Dann steigt die Akzeptanz auch.

00:23:22: Und dann kommt natürlich auch immer das Argument Es weht nicht immer der wind es scheint nicht immer die Sonne.

00:23:27: viel wird sicherlich in Zukunft vom Ausbau der Speichermöglichkeiten abhängen.

00:23:31: In der Tat und deswegen sehen wir gerade ein großes Investitionsvolumen auch im Batteriespeicher.

00:23:37: Das hilft ungemein um diese Spitzen auch auszugleichen, aber es hilft eben nicht über einen sehr langfristigen Zeitraum.

00:23:45: Wenn wir mal die berühmte Dunkelschlaute haben also wenn's mehrere Tage keine Sonne und keinen Wind gibt dann braucht man eine Komponente die auch langfristig speichert ist.

00:23:55: Der größte Speicher den wir haben ist tatsächlich unser Gasnetz.

00:23:59: das kann man natürlich auch dafür nutzen.

00:24:01: insofern sind auch Gaskraftwerke im Moment noch sinnvoll.

00:24:06: Auch da muss man natürlich langfristig darüber nachdenken, wie kann man das dann dekarbonisieren?

00:24:11: Aber da ist dann natürlich auch Wasserstoff eine Alternative, die im Moment aber noch relativ teuer ist.

00:24:16: Aber da gibt es ja tatsächlich Möglichkeiten!

00:24:18: Man kann ja an Tagen, an denen die Sonne nur so vom Himmel brennt, grünen Wasserstoff oder Biogas erzeugen und speichern.

00:24:25: In der Tat, also Biogas ist auch eine Komponente, wo man sehr viel mehr Flexibilität reinbekommen könnte.

00:24:31: Das läuft im Moment oft einfach durch und in dem Maße, wie wir diese Flexibilitäten dann nutzen, braucht es keine zusätzlichen Kraftwerke.

00:24:40: Sind das Geschäftsfelder die Sie im Blick haben?

00:24:42: Wo Sie sagen da spielt in Zukunft die Musik?

00:24:44: Ja, da schauen wir natürlich sehr genau hin.

00:24:46: Wir engagieren uns zum Beispiel auch im Aufbau dieses Wasserstoffmarktes.

00:24:51: Wir haben einen Index entwickelt, dass man überhaupt erstmal Markttransparenz hat.

00:24:56: Wo sind denn die Preise für Wasserstoff?

00:24:58: Für grünen Wasserstoff insbesondere und haben auch eine Handelsplattform entwickelt.

00:25:02: so das wenn das jetzt hochläuft passiert ja im Moment viel auch im Netz ausbaut zum Beispiel, dass wir dann das entsprechend mit fördern können und vorbereitet sind.

00:25:12: Wo ist denn die preise?

00:25:13: Man hört ja immer vom hocheffizienten Verbrenner den man möglicherweise mit eFuels betreiben kann.

00:25:19: Ist das finanzieber?

00:25:21: im Moment wirtschaftlich überhaupt keine Alternative, also deutlich teurer als E-Autos und das wird sich auch auf absehbare Zukunft nicht ändern.

00:25:29: Batterien sind sehr viel effizienter was Gesamtenergieverbraucher angeht.

00:25:33: insofern ist das glaube ich auf abseebaren Zeit immer die günstigste Alternative.

00:25:39: Man hört ja häufig das Argument dass Deutschland das Klima nicht alleine retten kann was sicherlich richtig ist.

00:25:45: aber müssen wir auch nicht oder es tut sicher weltweit etwas?

00:25:48: In der Tat, also oft wird da ja China als Beispiel angeführt die das nicht machen und das stimmt gar nicht.

00:25:55: Also das Gegenteil ist der Fall.

00:25:57: wenn man mal allein Ausbau von erneuerbaren Energien nimmt dann hat China im letzten Jahr mehr Erneuerbare Energien zugebaut als den Rest der Welt zusammen.

00:26:07: Die sind da wirklich Vorreiter und es gibt weltweit viel Initiativen in diese Richtung unbedingt aus ideologischer Sicht, also selbst Amerika wo man ja immer wieder hört auch von Präsidenten dass das alles gar nicht sinnvoll und notwendig wäre.

00:26:25: Selbst da passiert viel im Ausbau erneuerbarer Energien und das liegt einfach daran dass die billigste Form der Stromerzeugung ist und dass es ein Business Case ist der sich rechnet.

00:26:36: Wie sieht's denn aus mit der Atomkraft?

00:26:38: Auch da hört man ja alle Länder würden auf Atom Kraft setzen nur Deutschland nicht.

00:26:44: Stimmt auch nicht, viele Länder steigen aus der Atomkraft aus.

00:26:50: Atom Kraft ist wenn man neue Kapazität braucht die teuerste Formen der Stromerzeugung.

00:26:55: deswegen gibt es auch kein privates Unternehmen das da Geld reinsteckt.

00:26:59: Wenn man das unbedingt haben will geht es nur über staatliche Subventionierung also letztendlich mit Steuergeldern zu bezahlen Die die schon Kraftwerke haben die seit langer Zeit laufen.

00:27:11: Dann ist es natürlich, wenn die Kraftwerke vollständig abgeschrieben sind noch sinnvoll, die auch weiter zu betreiben.

00:27:17: Aber man hat natürlich immer noch das langfristige Problem, dass nur noch keine Lösung hat für das Entlagerthema.

00:27:23: also das ist sicherlich nicht die Lösung für unsere Energieprobleme.

00:27:27: Danach gibt's natürlich immer wieder Vorstöße in diese Richtung.

00:27:29: Jungs hat der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder erst mal ein Pilotprojekt für Miniatomkraftwerke in Bayern vorgeschlagen.

00:27:36: Ist das ein Weg den man versuchen sollte?

00:27:38: Naja, er hat ja vorgeschlagen, dass man da in Forschung investiert.

00:27:42: Das ist immer eine gute Idee.

00:27:44: Man weiß gar nicht, was noch nicht beißt.

00:27:46: Insofern den Forschungs- und Wissenschaftsstandort hier zu stärken halt ich für ne gute Idee.

00:27:52: aber nochmal selbst wenn es Mini-Reaktoren dann irgendwann mal geben wird das ist noch so weit weg.

00:27:58: also frühestens Ende der dreißiger Jahre rechnet man damit dass man tatsächlich mal etwas an den Markt bringen kann.

00:28:05: Also das ist für unsere Energie Probleme, die wir da momentan bewältigen wollen.

00:28:10: Nicht die Lösung.

00:28:12: Herr Reitz, Sie sind im letzten Jahr sechzig Jahre alt geworden.

00:28:15: werden Ihre Amtszeit als Vorstandsvorsitzender der Energiebörse in Leipzig Ende Juli abgeben?

00:28:21: Beginnt dann für sie der Ruhestand oder geht es auf zu neuen Ufern?

00:28:25: Ja das schließt sich auch nicht gegenseitig aus also auf zu neun ufern heißt zum Beispiel dass ich beabsichtige in den Aufsichtsrat zu wechseln und bleibe natürlich auch in diesem Markt weiter engagiert, aber eben nicht mehr als CEO.

00:28:41: Und Robbys die in den letzten Jahren zu kurz gekommen sind oder Bücher, die im Regal verstauben und endlich mal gelesen werden müssen?

00:28:47: Ja all of the above also alles was sie da aufzählen und vielleicht noch drei andere Sachen kommen dann weiter nach oben und der Stapel der zu lesende Bücher ist schon extrem hoch.

00:28:58: ich freue mich auch drauf dass sich für meine Freunde, für meine Familie bisschen mehr Zeit haben.

00:29:03: Was

00:29:04: werden Sie dann machen?

00:29:05: Ganz viele verschiedene Dinge, nochmal ein Beispiel wie gerade dabei Kitesurfen zu lernen zusammen mit meiner Frau finde ich sehr spannend muss aber noch ein bisschen Unterricht nehmen damit sich das dann irgendwann mal so ausüben kann dass es dann auch alleine geht.

00:29:20: Aber das ist so ein Thema was Spaß macht.

00:29:22: Ich gehe sehr gerne auf Konzerte Ein großer Fan von Rockmusik und auch dafür habe ich im Moment nicht genügend Zeit.

00:29:29: Da freue mich auch drauf, dass ich da ein bisschen mehr machen

00:29:31: kann.".

00:29:32: Drei Monate wird es mindestens noch dauern bis es soweit ist weil so lange sind sie ja noch in Amt und Würden sozusagen wenn Sie jetzt als letzte Amtshandlung eine einzige Regel im europäischen oder weltweiten Energiemarkt ändern dürften?

00:29:44: Welche wäre das?

00:29:46: Naja man müsste eigentlich dafür sorgen, dass sämtliche Versuche in die Preisbildung des Marktes einzugreifen von politischer Seite komplett unterdrückt werden.

00:29:58: Wenn man das einmal für alle Zeit regeln könnte, dann hätte man viel gewonnen.

00:30:03: Peter Reitz war das der Chef der Leipziger Energiebörse.

00:30:05: Vielen Dank für Ihren Besuch!

00:30:07: Danke Ihnen!

00:30:15: Dieser Radio-PSR Original Podcast ist eine Produktion von Regiocast, deutsches Radiounternehmen.

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